Snapshot Verständnisproblem

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Rico Heil

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Jan 6, 2017
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Hallo,
seit einiger Zeit sichere ich alle Daten meiner privaten PCs auf einem FreeNAS-System - läuft bestens! (FreeNAS-11.0-U4)
Heute hätte ich Bedarf gehabt, eine alte Version einer Datei wiederherzustellen und stelle fest, dass sich das System nicht so verhält, wie ich erwarte.
Vermutlich liegt das an einem Verständnisproblem meinerseits.

Ich habe ein Volume /mnt/daten (Container für "alles") und darunter weitere Volumes, u.a. /mnt/daten/backup.
Ein Periodic Snapshot Task macht regelmäßig Snapshots von /mnt/daten. Diese sehe ich auch alle unter dem Menüpunkt "Snapshots".
Nun habe ich mit den Filtern einen passenden Snapshot herausgesucht und ihn mittels "Clone Snapshot" geklont.
Wenn ich nun per SSH in das Klon-Verzeichnis wechsle, sehe ich dort alle Unterordner von /mnt/daten, diese haben aber keinen weiteren Inhalt.

Mein Verständnis war: Ein Klon stellt mir den kompletten Inhalt des Volumes zum Zeitpunkt des Snapshots bereit - also nicht nur die Daten, die sich genau bei diesem Snaphot geändert haben, sondern einfach den gesamten Zustand zu diesem Zeitpunkt.
Offenbar ist das nicht so, aber wie ist es wirklich?
Und wie ist die sinnvolle Vorgehensweise, um an einen alten Zustand eines Verzeichnisses zu kommen?

Oder ist mein Verständnis womöglich doch nicht so falsch und ich bin gerade dabei herauszufinden, dass sich mein System nicht so verhält, wie es sollte?

Vielen Dank für die Aufklärung dieses Mysteriums!
 

Ericloewe

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Ich habe ein Volume /mnt/daten (Container für "alles") und darunter weitere Volumes, u.a. /mnt/daten/backup.
Das sind alles Datasets (bzw. der top-level Dataset des Pools). Wichtig ist das Snapshots in der Regel nicht Rekursiv sind - dafür gibt es eine Option, die zur Zeit des Snapshots gewählt werden muss.

Ein Periodic Snapshot Task macht regelmäßig Snapshots von /mnt/daten. Diese sehe ich auch alle unter dem Menüpunkt "Snapshots".
Ist es als Rekursiv eingestellt?

ute hätte ich Bedarf gehabt, eine alte Version einer Datei wiederherzustellen
Dafür braucht man kein Klon - die Snapshots können direkt gelesen werden. Sogar über SMB kommt man an die Snapshots (Im idealfall - in der Praxis kann es komplizierter werden), mit "Previous Versions" in Windows.
 

Rico Heil

Dabbler
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Jan 6, 2017
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Das sind alles Datasets (bzw. der top-level Dataset des Pools).
Mag sein, die Begriffe schmeiße ich gerne mal durcheinander - auf alle Fälle das, was unter "Volumes" in der Oberfläche gelistet wird. ;-)

Wichtig ist das Snapshots in der Regel nicht Rekursiv sind - dafür gibt es eine Option, die zur Zeit des Snapshots gewählt werden muss.

Ist es als Rekursiv eingestellt?
War es zuerst nicht, das macht aber auch keinen wirklichen Unterschied, außer dass ich bei Rekursion auch die Unter-Datasets als separate Snapshots sehe, die ich unabhängig voneinander klonen kann (nett, aber nicht wirklich nötig).
Inzwischen habe ich es rekursiv eingestellt, das ändert aber nichts an meinem Problem.

Dafür braucht man kein Klon - die Snapshots können direkt gelesen werden. Sogar über SMB kommt man an die Snapshots (Im idealfall - in der Praxis kann es komplizierter werden), mit "Previous Versions" in Windows.
Hm... stimmt, das funktioniert sogar - ich hatte nur vergessen den zugehörigen Periodic Snapshot Task in der Konfiguration des Shares auszuwählen. So weit schonmal sehr schön, nur stört es mich trotzdem, dass ich nicht auf dem Klon-Weg an die Daten komme, weil ich erstens nicht immer für sowas den Windows-PC meiner Frau in Beschlag nehmen möchte und zweitens auch gerne eine Zugriffsmöglichkeit für manuell erstellte Snapshots hätte.

Es sollte doch trotzdem funktionieren, einen Klon anzulegen und diesen dann wie ein normales Verzeichnis mit allen Unterordnern zu verwenden, oder?

Ich meine mich zu erinnern, dass das vor langer Zeit (bei meinen ersten Gehversuchen) auch schonmal so funktioniert hätte. Irgendwas läuft da wohl falsch, aber ich komme einfach nicht dahinter, was das ist...

Es kann doch wohl nicht sein, dass ich zwingend ein Windows-System brauche, um an ein Backup auf einem FreeBSD-System heranzukommen ;-)
 

Rico Heil

Dabbler
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Jan 6, 2017
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Es sollte doch trotzdem funktionieren, einen Klon anzulegen und diesen dann wie ein normales Verzeichnis mit allen Unterordnern zu verwenden, oder?
Jetzt habe ich noch etwas mehr rumgespielt und komme so langsam dahinter...

Offenbar enthält der Snapshot des übergordneten Datasets tatsächlich nur die Namen der enthaltenen Datasets ohne ihre Daten. Ich muss also unbedingt die Rekursion beim Erstellen der Snapshots aktivieren (oder für alle Unter-Datasets separat Snapshots anlegen).

Wenn ich dann einen Klon eines Unter-Snapshots mache, sind auch alle Daten vorhanden.

Dann bleibt eigentlich nur noch die Frage: Gibt es unter Linux irgendeine Software, die halbwegs komfortablen Zugriff auf die SMB-Vorgängerversionen ermöglicht?
 

Ericloewe

Server Wrangler
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Dann bleibt eigentlich nur noch die Frage: Gibt es unter Linux irgendeine Software, die halbwegs komfortablen Zugriff auf die SMB-Vorgängerversionen ermöglicht?
Als Client? Ich habe noch nicht so was gesehen.
 

X11SAE

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Dec 10, 2016
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Ist jetzt mit der Brechstange, aber Du könntest Dir eine Virtuelle Windows Installation auf Deine Linux Kiste packen ;)
 

Rico Heil

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Jan 6, 2017
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Ist jetzt mit der Brechstange, aber Du könntest Dir eine Virtuelle Windows Installation auf Deine Linux Kiste packen ;)
Ja! Genau deshalb habe ich mir Linux installiert! ;) :mad::mad::mad:

Das bringt mich aber auf die Idee, mal zu probieren, ob das vielleicht der WINE-Explorer kann...

Ich finde das faszinierend: Da haben sich Leute in der Open-Source-Welt unheimlich viel Arbeit gemacht, um den Windows-Usern mit Snapper ein super-komfortables Interface für den Zugriff auf Backups ihrer Daten zu geben. Aber bisher hat es niemand für nötig befunden, auch nur ein Command Line Tool für Linux-Clients zu implementieren.
Das ist leider mal wieder ein hervorragendes Beispiel dafür, wieso Linux auf Servern so weit verbreitet ist, auf dem Desktop aber nicht so richtig Fuß fassen kann. :(

Und wenn jetzt jemand um die Ecke kommt mit "Aber es gibt doch ein Command Line Tool!", dann überlege ich mir ernsthaft, ein UI dafür zu schreiben :)
 
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